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Perspektivenwechsel: Flucht mit anderen Augen sehen

Artikel vom 09.04.2018

CARE-Workshop zum Thema „Flucht und Integration“ für die 6. Jahrgangsstufe der Realschule Pfalzgrafenweiler

Einen Einblick in Arbeitsgebiete einer weltweit tätigen Hilfsorganisation erhielten die 6. Klassen der Realschule Pfalzgrafenweiler. Leah Hanraths und Winfried Böhm, Vertreter der Hilfsorganisation CARE, führten mit den Klassen einen dreistündigen Workshop zum Thema „Flucht und Integration“ durch. Hintergrund war die Teilnahme der beiden Klassen am Tigerentenclub in Göppingen. Das dabei erspielte Geld soll – das ergab die Abstimmung der Schüler/innen zwischen drei vorgegebenen Hilfsprojekten – dem Projekt „Flucht und Integration“ zu Gute kommen.

 

Zu Beginn des Workshops stellten sich die Schüler/innen mit unterschiedlichen Begrüßungsritualen vor. Anschließend wurde darüber gesprochen, wie die einzelnen Begrüßungen bei den jeweiligen Mitschülern ankamen. Schnell wurde klar: Abgesehen von der Hürde der fehlenden Sprachkenntnisse ergibt sich ohne Akzeptanz kein Dialog zwischen Menschen verschiedener Kulturen.

Nun erkundeten die Schüler/innen, wie stark der Unterschied zwischen Armut und Reichtum die Tätigkeit von CARE an den Einsatzorten weltweit prägt. Sie erhielten einen bildhaften Eindruck von der Verteilung der Weltbevölkerung auf fünf Kontinenten im Verhältnis zur Verteilung des Reichtums. Hierzu versetzen sie sich gedanklich in die Lage, als Klasse die gesamte Weltbevölkerung darzustellen. Die Schüler/innen wogen ab, wie sie sich zahlenmäßig auf die Kontinente aufteilen können, um der Verteilung von Menschen auf jedem Kontinent zu entsprechen. Im nächsten Schritt wurden Stühle auf die „Kontinente“ verteilt, die die gesamte Menge des Welteinkommens (Bruttoinlandsprodukt) repräsentierten. Dadurch wurde das ungleiche Verhältnis zwischen Bevölkerungsverteilung und Verteilung des Reichtums weltweit bildhaft verdeutlicht. Einige Stühle in Europa blieben leer, andere in Asien waren von mehreren Schülern/innen besetzt. Die Kinder erkannten die Problematik, dass dieses Arm-Reich-Gefälle und kriegerische Konflikte mögliche Ursachen für Fluchtbewegungen sind.

Im weiteren Verlauf richteten die Schüler/innen den Blick auf die formale Seite der Flucht. Gemeinsam füllten sie einen beispielhaften Antrag auf Asyl aus, der aber in unterschiedlichen Sprachen verfasst war und daher nicht gelesen werden konnte. Die Schüler/innen wurden wie eingangs nach der Begrüßung dafür sensibilisiert, wie groß Sprachbarrieren für geflüchtete Menschen in einem fremden Land sein können.

Abschließend hielten die Schüler/innen auf Plakaten fest, was sie in einen Koffer packen würden, falls sie ihre Heimat verlassen müssten. Die Sechstklässler/innen versuchten sich dabei in die Situation hineinzuversetzen, die für viele Flüchtende traurige Realität darstellt und ihnen Entscheidungen abverlangt, die wir uns kaum vorstellen können.

Das von den Schülern/innen der 6. Jahrgangsstufe geförderte CARE-Projekt „Flucht und Integration“ richtet sich an Schulen und unterstützt diese bei der Integration von Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund. Die Kinder zeigten sich beeindruckt von der Einsatzbereitschaft der CARE-Mitarbeiter und von deren Mut, bedürftige Menschen weltweit vor Ort zu unterstützen.

 

Randnotiz: Die private, in Genf ansässige Hilfsorganisation CARE (Cooperative for Assistance and Relief Everywhere) wurde am 27. November 1947 gegründet und ist heute weltweit tätig. In Deutschland wurde die Nichtregierungsorganisation durch die Unterstützung der Bevölkerung am Ende des Zweiten Weltkrieges bekannt: Die Verteilung der lebensnotwendigen CARE-Pakete war eine Hilfe gegen die damalige Armut und Lebensmittelknappheit.

Die Schüler/innen der 6. Jahrgangsstufe mit Leah Hanraths (links außen) und Winfried Böhm (letzte Reihe, mittig) von CARE.

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